Ein Facebook User kippt Privacy Shield – und jetzt?

Privacy Shield bezeichnet die (Selbst-)Verpflichtung zur Einhaltung von Datenschutzstandards in den USA, die dem europäischen Datenschutzrecht genügen (Stichwort DSGVO). Unter diesem Schutzschirm konnten europäische Unternehmen DSGVO-konform Daten an Auftragsverarbeiter mit Sitz in den USA weitergeben, die sich nach EU-US Privacy Shield zertifiziert hatten.

Schutzschild zerschlagen

Kürzlich ist diese Praxis vom EuGH für ungültig erklärt worden (“Schrems II”-Urteil vom 16. Juli 2020). Max Schrems, österreichischer Jurist und Datenschutzaktivist hatte mit seiner Klage vor dem EuGH schon für das Kippen des Privacy Shield Vorgängers, dem Safe-Harbor-Abkommen, gesorgt. Hintergrund ist die Praxis von Facebook, auch die Daten europäischer Nutzer nicht an seinem Standort in Irland oder andernorts auf europäischem Boden zu verarbeiten, sondern allesamt auch ungefragt in die USA zu transferieren. Diese Praxis für seine personenbezogenen Daten nahm Schrems zum Anlass seiner Klage. Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist bekannt, dass US-Unternehmen sich nicht an die Zusicherungen von Privacy Shield halten oder halten können, wenn US-Geheimdienste (und ihre Partner) etwas wissen wollen. Es gibt sogar konkrete US-Gesetze, die eine Massenüberwachung vorschreiben (z.B. FISA 702 und EO 12.333). Dies steht in vollkommenem Gegensatz zur europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO.

Was nun?

Wer IT-Dienste in seinem Unternehmen nutzt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Berührungspunkte zu dieser Problemstellung. Es fängt schon bei der öffentlichen Website an: welche Dienste werden genutzt, welche Fonts, welche Cookies von welchen Anbietern übertragen Informationen der Besucher in die USA? Haben Sie sich mal die Liste von Diensten und Cookies angeschaut, die Sie beim Besuch einer Website akzeptieren sollen?

Ihre eigene oder auch andere Websites können Sie mit Blacklight scannen, um einen Eindruck zu bekommen. Als kommerzieller Dienst bietet Cookiebot noch Mehrwerte. Dieser Artikel von Cookiebot diente auch als eine der Quellen für diesen Beitrag.

Für den Geschäftsbetrieb noch kritischer sind aber SaaS Dienste wie Office 365, Salesforce und viele andere, die heute omnipräsent auch in europäischen Unternehmen sind. Was gilt es hier nun zu beachten?

SaaS weiter nutzen

Stellen Sie vor allem sicher, dass Sie die von den Anbietern fast immer bereitgestellten “Standardvertragsklauseln” abgeschlossen haben. Damit gehen Kunden eine direkte Vertragsbeziehung mit dem Anbieter ein, in der der Anbieter den Datenschutz zusichert. Diese Praxis wurde vom EuGH ebenfalls geprüft und für weiterhin geeignet befunden, ein adäquates Datenschutzniveau zu gewährleisten. Wohlgemerkt: der Mechanismus ist in Ordnung – die Standardvertragsklauseln einiger Anbieter müssen und werden inhaltlich voraussichtlich kurzfristig nachgebessert werden.

Bei Office 365 sollten Sie in jedem Fall darauf achten, dass der Datenspeicherort für Ihre Organisation auf Europa oder sogar Deutschland festgelegt ist:

Risiken bewerten

Datenschutzbeauftragte neigen dazu, auf “Nummer sicher” zu gehen und lieber von der Nutzung abzuraten. Diese Haltung sollte differenziert hinterfragt und diskutiert werden. Neben den nicht ganz klar greifbaren Risiken, Dienste weiter zu nutzen auch unter vorübergehend nicht vollkommen belastbaren Standardvertragsklauseln, sind die Risiken, sich ganz akut in Teilen handlungsunfähig zu machen, wahrscheinlich größer.

Haftung

Wir können keine rechtliche Beratung zu diesem Thema anbieten, sondern stellen diese Informationen als Hinweise und Tipps zur Verfügung. Eine juristisch fundiertere Analyse – und natürlich auch Angebote zur Beratung – finden Sie zum Beispiel bei der audatis in Herford und Potsdam.

10 von 10 Punkten auf der Gefährdungsskala: Windows Server bedroht

Ein Patch steht seit August bereit, Exploit Code ist seit September im Umlauf. Was ist passiert und wie groß ist die Bedrohung wirklich?

Szenario

Ein Angreifer muss netzwerktechnisch einen Windows Domain Controller (Versionen von 2008 R2 bis zur aktuellen 2004 sind betroffen) erreichen, um das Netlogon Remote Protocol (MS-NRPC) ansprechen zu können. In der Regel wird er also im internen Netz sein oder eine verbockte Firewall Policy vorfinden müssen. Dann aber kann er sich ohne Anmeldung hochstufen (Elevation of Privilege, CVE-2020-1472 bei Microsoft).

Panik?

Sorge scheint vor allem die US amerikanische CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) zu haben. Sie hat die Admins der US-Regierung verpflichtet, innerhalb von vier Tagen alle ihre Server zu patchen. Da wir bereits Ende September haben, sollten gründlich betriebene Systeme den Patch bereits sowieso erhalten haben, aber wir wissen ja, wie das ist…

Laut heise online erwartet die CISA für heute einen Report der Admins über die Windows-Server-Situation. Den bekommen wir vermutlich nicht zu sehen, wäre aber interessant.

Outlook Mobile: Microsoft sendet Mitteilungen an Outlook-User

Microsoft aktualisiert die Ankündigung „Benachrichtigung über Outlook Mobile in Outlook“ (MC207028) und erweitert das Gebiet auch auf Europa.

Seit dem 12. August 2020 informiert Microsoft an Outlook Benutzer, die noch kein Outlook Mobile nutzen, darüber das es Outlook auch für iOS und Android gibt.

Außerdem befindet sich in dieser Benachrichtigung ein Link, über den sich der Nutzer komfortabel die Outlook Mobile App für Android oder iOS Herunterladen können bzw. wird hier auf die entsprechende App Stores der beiden Plattformen verwiesen.

Wird diese Benachrichtigung geschlossen oder der Benutzer installiert sich Outlook Mobile, erscheint keine erneute Benachrichtigung.
Jedoch kann die Benachrichtigung auch zentral administrativ über ein entsprechendes cmdlet in Powershell deaktiviert werden.

Sollten Sie diese Nachrichten bei Ihnen und ihren Nutzern nicht wünschen, können wir sie dabei gerne unterstützen.

Wenden Sie sich daher gerne vertrauensvoll an uns.

Microsoft SharePoint. Ein Einblick in Site Designs und Site Scripts.

Mit Microsoft Office 365 und SharePoint-Online hat Microsoft eine neue Möglichkeit zur Anpassung von neuen und bestehenden Seiten eingeführt: Site-Designs und Site Scripts.

Zunächst stellt sich die Frage, was genau sind Site Designs und was sind Site Scripts?

Site Designs und Site Scripts dienen zur Bereitstellung und Anpassung von neuen oder bestehenden modern Sites im SharePoint Online. Mit ihnen können Sie gewährleisten, dass Seiten, die Sie oder Ihre User erstellen, einem einheitlichen Schema entsprechen.

Site Scripts lassen sich als definierter Satz von Aktionen beschreiben, die bei Zuordnung zu einer Seite ausgeführt werden. Sie sind damit Microsofts Ansatz, die Templates aus den On-Premises-Zeiten abzulösen. Mit diesen Aktionen kann man beispielsweise Listen und Bibliotheken zu Seiten hinzufügen oder eine Theme sowie ein Seitenlogo setzen.

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Teams erfolgreich einführen: Ein Whitepaper

Mobil arbeiten bedeutet Neues lernen. Microsoft Teams einführen bedeutet Veränderung. Denn Teams ist mehr als ein Werkzeug, es bildet die Grundlage für eine andere Form der Zusammenarbeit.

Unser Whitepaper (Autorin: Katja Keinert) beleuchtet, warum es eine echte Veränderung für Unternehmen bedeutet, eine Collaboration-Software wie Microsoft Teams einzuführen. Wie Sie dabei Ihre Mitarbeiter*innen gut einbinden können, damit diese erfahren, wie sie von dem Neuen profitieren, besprechen wir gern mit Ihnen im Detail.

Download “Whitepaper: Microsoft Teams erfolgreich einführen” mw-Whitepaper-Teams-einführen.pdf – 625-mal heruntergeladen – 167 kB

Praxistest: Smartphone als Webcam

imageFür Online-Meetings braucht man eine Webcam. Was aber tun, wenn der PC keine hat? Oder wenn die Kamera, die ins Notebook eingebaut ist, sich zwar mit einem “HD”-Label schmückt, aber in Wirklichkeit matschigen Bildbrei produziert? Klar, eine Alternative besteht darin, eine ordentliche Webcam dazuzukaufen. Brauchbare Geräte liegen aber oberhalb der 50-Euro-Grenze, auch 150 oder 200 Euro sind keine Seltenheit. Vor ein paar Wochen kam noch dazu, dass der Markt komplett leergefegt war.

Dabei haben wir alle mindestens ein Gerät schon im Haus, das mit einer hervorragenden Kamera ausgestattet ist. Jedes Smartphone hat eine, und die ist mit ziemlicher Sicherheit der Einbau-Kamera im Notebook haushoch überlegen. Wie kommt jetzt aber deren Bild in die Videokonferenz?

Ein scheinbar simpler Weg führt über die Videokonferenz-Software. Die meisten Anbieter haben auch Clients für Android oder iPhone, und meist kann man einer Konferenz mit mehr als einem Gerät gleichzeitig beitreten. So könnte man in Teams etwa das Notebook für Ton, Chat und Screensharing verwenden und parallel mit dem iPhone teilnehmen, das dann das Videobild erzeugt. Pfiffig – aber wer das schon mal ausprobiert haben, wird auch die Schattenseite kennen. Ein Video-Client wie Microsoft Teams hat nämlich ordentlich zu tun und fordert ein Smartphone richtig heraus. Auch ein aktuelles iPhone wird nach etwa einer halben Stunde also richtig heiß – und braucht dafür so viel Energie, dass oft schon nach weniger als einer Stunde der Akku leer ist. Kann man also mal machen, aber nur kurz.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, die das Telefon weit weniger fordert, weil sie wirklich nur die Kamera nutzt. Mit einer Kombination aus Handy-App und PC-Treiber lässt sich die Smartphone-Kamera in den PC einbinden und dort wie eine Webcam verwenden. Auch hier tut sich aber wieder ein Problem auf: Lösungen dafür gibt es viele, nicht alle sehen in den App-Stores vertrauenswürdig aus. Die Kollegen der Zeitschrift c’t haben sich glücklicherweise gerade erst die Mühe gemacht, ein paar Programme zu testen. Auch wenn Sicherheit dort nicht der erste Fokus war, wären Schadfunktionen den Redakteuren sicher aufgefallen. Auf der Basis kann man also vielleicht aufsetzen.

Ausprobiert

Ich habe mal die Probe aufs Exempel gemacht und eine der Lösungen mit einem älteren Smartphone ausprobiert, das seit einiger Zeit in der Schublade liegt, sich aber als Webcam sehr gut eignen dürfte.

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Let’s talk about IT: Fördermittel für Digitalisierung

avatar Phil Marx
avatar Julia Wagner

Immer wieder gibt es wertige Förderungen und Zulagen zu Investitionen in der IT. Wir haben uns in die verschiedenen Programme eingearbeitet und teilen unser Wissen mit Ihnen, wie Sie eine Förderung für die Digitalisierung Ihres Unternehmens erhalten.

Musik: Kalte Ohren ( Remix ) by Dysfunction_AL (c) copyright 2019 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. http://dig.ccmixter.org/files/destinazione_altrove/59536 Ft: Starfrosch, Kara Square

Microsoft MVP Award für Nils Kaczenski

Am Mittwoch, dem 1. Juli 2020 war wieder „F5-Tag“ für unseren Consulting-Leiter Nils Kaczenski. An diesem Tag nämlich gibt Microsoft jährlich die Preisträger seiner „MVP Awards“ bekannt. Die Auszeichnungs-Mail trifft nach deutscher Zeit am Nachmittag ein, und die Nominierten drücken dann gespannt die „Aktualisieren“-Taste ihres Mailclients. Und tatsächlich: Erneut hat Nils Kaczenski die Auszeichnung von Microsoft erhalten – in seinem Fall zum 17. Mal in Folge seit 2003.

Mit dem Titel „Most Valuable Professional“ zeichnet der Softwarehersteller internationale Teilnehmer der IT-Community aus, die ehrenamtlich und engagiert Fragen zu Microsoft-Produkten beantworten und Probleme lösen. „Der Geist der Community ist wirklich einzigartig“, merkt Nils an. „Ob Neuling oder alter Hase, ob Standardfrage oder exotisches Problem – man hilft sich gegenseitig und alle lernen voneinander.“ „Microsoft MVP Award für Nils Kaczenski“ weiterlesen

Let’s talk about IT: Warum sich die IT emanzipieren muss

avatar Nils Kaczenski
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Der Anwender behindert nur die IT und die IT behindert nur die Anwender. Dieses alt eingefahrene Bild gilt es spätestens jetzt aufzubrechen. Und der erste Schritt liegt bei den IT-Verantwortlichen.
Warum sich die IT emanzipieren sollte und wie sie es konkret tun kann, klären wir in diesem Podcast.

Musik: Kalte Ohren ( Remix ) by Dysfunction_AL (c) copyright 2019 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. http://dig.ccmixter.org/files/destinazione_altrove/59536 Ft: Starfrosch, Kara Square

vSphere 7 bringt umfassende Neuerungen

VMware hat am 02.04.2020 vSphere 7 angekündigt und nun veröffentlicht, und bezeichnet es selbst als größte Innovation seit der Einführung des Hypervisors vSphere ESXi (siehe VMware-Blogpost).

vSphere 7 enthält zahlreiche Neuerungen wie den vSphere Lifecycle Manager, vCenter Server Profile, Versionierung von VM-Vorlagen und Verbesserungen von DRS und vMotion.

Kubernetes- und Containersupport

Außerdem wurde mit vSphere 7 die Kubernetes-Infrastruktur direkt in den ESXi-Kernel integriert. Die Ausführung von Containern wird nun nativ unterstützt. vSphere 7 mit Kubernetes ist als Teil der VMware Cloud Foundation erhältlich.

Abschneiden alter Zöpfe

Dem Rotstift zum Opfer gefallen sind dafür beispielsweise der Support eines externen PSC, der auf Flash basierende vSphere Web Client, sowie der Betrieb des vCenters auf einem Windows Server.

Schaffen neuer Möglichkeiten

Neue Features im Überblick

  • vSphere Lifecycle Manager ersetzt den VMware Update Manager für Upgrade und Patch Management
  • vCenter Server Update Planner für Kompatibilitäts- und Interoperabilitäts-Checks bei Upgrades des vCenter Servers
  • vCenter Server Profile um eine Baseline der aktuellen Konfiguration festzulegen oder die Konfiguration mehrerer vCenter zu vereinfachen
  • Content Library als zentrales Management von Vorlagen virtueller Maschinen, virtueller Appliances und ISO Images
  • DRS Überarbeitung hinsichtlich eines Workload-zentrierten Designs, weg vom Host-Balancing Ansatz
  • vMotion Verbesserung der Performance, besonders in Hinsicht auf Datenbanken und unternehmens-kritische Anwendungen
  • vSphere Trust Authority zur Absicherung sensibler Workloads durch Remote-Beglaubigung
  • Föderierte Identitäten mit ADFS für sichere Authentifizierung und vereinfachte Benutzerverwaltung

Editionen und Lizenzierung

vSphere 7 ist wie gewohnt in den Editionen Standard und Enterprise Plus erschienen. Erhältlich sind außerdem die bekannten Acceleration-, ROBO- und Essentials-Kits. Weggefallen sind die Platinum Editionen.
Eine unscheinbare aber wichtige Neuerung gibt es bei der Lizenzierung:

Zwar ist die Lizenz weiterhin sockelbasiert, allerdings zukünftig auf 32 Cores begrenzt. Dies bedeutet wiederum, dass mehr als eine Lizenz pro CPU benötigt wird, wenn diese über mehr als 32 Kerne verfügt. Für Klein- und Kleinstkunden dürfte diese Neuerung in der Lizenzierung wenig Auswirkungen haben, in größeren Rechenzentren verteilt sich die Lizenzierung künftig allerdings anders, sodass u.U. mehr als eine Lizenz je Sockel erworben werden muss.

Sie wünschen weitere Informationen oder Beratung in diesem oder angrenzenden Themen? Sprechen Sie uns gerne an! Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen Ihr Business – Ihre Kernkompetenz – mit unserer Kernkompetenz, der IT.

Weiterführende Informationen zum Thema Servervirtualisierung gibt es hier.