XCP-ng: XEN-Basierender Open Source Hypervisor

Neuheit: Im Bereich der Hypervisoren hat sich mittlerweile eine Open Source Variante etabliert. Wir verfolgen die Entwicklung gespannt und diskutieren im folgenden Artikel die Abgrenzung zu klassischen Optionen.

XCP-ng ist ein Open Source Bare-Metal Hypervisor und eine Virtualisierungslösung, die auf Basis von Xen Source and Citrix® Hypervisor, früher auch bekannt als XenServer, arbeitet. Die Abkürzung „XCP-ng“ steht für „Xen Cloud Platform – New Generation“ , ist ein Fork und startete am 31. März 2018 mit dem ersten Release, welcher auf dem XenServer 7.4 basiert.  

Aber zu aller erst sollten wir die Frage klären was Virtualisierung in der Server-Welt überhaupt ist. Hauptsächlich muss man unterscheiden zwischen den Virtualisierungsarten Bare-Metal („blankes Metall“) und Hosted („gehostet“). Bei XCP-ng handelt es sich hierbei um die Virtualisierungsart Bare-Metal, einem physikalischen Server, auf dem direkt eine Software läuft die wiederum virtuelle Maschinen ausführt. Da die Hardware direkt angesteuert und kein Betriebssystem benötigt wird, spart man physische Ressourcen, die von der Virtualisierungssoftware auf den jeweiligen virtuellen Maschinen verteilt werden können (z.B. VMWare ESX, Microsoft Hyper-V, usw.). Bei der Virtualisierungsart „Hosted“ hingegen handelt es sich hierbei um eine Software, die auf einem Betriebssystem läuft (z.B Virtual Box, VMware Workstation, usw.). Somit nimmt das Betriebssystem bereits einige Ressourcen ein, die eher die virtuellen Maschinen brauchen könnten.

Der Fork ist recht neu und muss sich, trotz etabliertem Xen-Unterbau, erst in der Praxis beweisen. Ein mögliches Einsatzgebiet sind jedoch Testumgebungen, da der Einsatz von XCP-ng keine Lizenzkosten voraussetzt und bei unerwartetem Verhalten keine Beeinträchtigung der Produktivumgebung geschieht.

Für die Administration des XCP-ng-Hosts gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man installiert es auf einem Windows-Rechner im Netzwerk das Programm XCP-ng Center. Hiermit kann man die gesamte Umgebung administrieren und insbesondere die vorkonfigurierten VMs einfach importieren, alternativ kann der Host ebenfalls web-basiert administriert werden. Dies erfolgt mithilfe der Anwendung XenOrchestra (XOA – Xen Orchestra Application). XenOrchestra selbst ist ein Feature mit folgenden Vorteilen:

  • Moderne Weboberfläche
  • Live-Migration
  • Skalierbarkeit
  • Backup-Konfigurationen
  • User-Self-Service
  • u.v.m.

Um XCP-ng selber zu installieren und zu testen, können Sie es unter folgendem Link downloaden:

https://xcp-ng.org/

Einfach die ISO-Datei auf ein Bootbares-USB-Medium laden (z.B mit der Software „Rufus Stick“) oder auf eine CD/DVD brennen. Viel Spaß dabei!